Zweite Halbzeit

Mit dem sechsten Lauf am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring beginnt die zweite Saisonhälfte der DTM 2006. Spitzenreiter nach den ersten fünf Rennen ist der zweimalige Saisonsieger Bernd Schneider (Vodafone AMG-Mercedes C-Klasse/38 Punkte). Platz zwei belegt Tom Kristensen (Audi A4 DTM/30 Punkte) vor Bruno Spengler (DaimlerChrysler Bank AMG-Mercedes C-Klasse/24 Punkte), der zuletzt das Rennen auf dem Norisring gewann.

 

Zahlen und Fakten zur Rennstrecke: Der Nürburgring wurde am 19. Juni 1927 eröffnet. Seitdem ist seine Geschichte eng mit der Motorsport-Historie von Mercedes-Benz verknüpft. Rudolf Caracciola gewann das Eröffnungsrennen auf einem Mercedes S. Am 3. Juni 1934 schlug ebenfalls auf dem Nürburgring die Geburtsstunde der Silberpfeile. Am Vorabend war der weiße Lack der Mercedes W25 entfernt worden, um dem neuen Gewichtsreglement zu entsprechen. Die Mercedes-Rennwagen erschienen im Silber der Aluminium-Karosserie am Start – und Manfred von Brauchitsch gewann so das Eifelrennen vor 72 Jahren.

2002, 75 Jahre nach der legendären Nordschleife, wurde die Mercedes-Arena eröffnet. Dieses Kurvengeschlängel nach Start und Ziel, an dessen Beginn oft spektakuläre Ausbremsmanöver stehen, ist auch Bestandteil der 3,629 Kilometer langen Kurzanbindung, die die DTM nutzt.

Von den bisherigen elf Rennen der DTM auf dem Nürburgring seit 2000 hat Mercedes-Benz fünf gewonnen, Audi vier und Opel zwei. Im Vorjahr startete Gary Paffett von der Pole Position, im Rennen belegte er nach einer Durchfahrtsstrafe (Überfahren der weißen Linie an der Boxenausfahrt) den dritten Platz. Das Rennen gewann Mattias Ekström (Audi). Paffett erzielte in 1:24.442 einen neuen Rundenrekord für diese Streckenvariante.

Insgesamt gab es auf dem Nürburgring seit 1984 61 DTM-Rennen. Mercedes-Benz, seit 1986 dabei, gewann 27. Den ersten Sieg holte Volker Weidler im Premierenjahr mit einem 190E des Teams von Dr. Helmut Marko. Erfolgreichster DTM-Fahrer auf dem Nürburgring ist Klaus Ludwig, er gewann 13 Mal, davon zwölf Mal auf Mercedes.

Die aktuelle Gewichtsverteilung in der DTM: AMG-Mercedes C-Klasse 2006 (Schneider, Green, Häkkinen, Spengler): 1.075 Kilogramm; Audi A4 DTM 2006: 1.065 Kilogramm; Vorjahresfahrzeuge, z.B. die AMG-Mercedes C-Klasse von Jean Alesi, Daniel la Rosa, Alexandros Margaritis, Stefan Mücke: 1.060 Kilogramm; 2004er Fahrzeuge wie die AMG-Mercedes C-Klasse von Mathias Lauda und Susie Stoddart: 1.020 Kilogramm.

 

Hier die Kommentare der zehn Mercedes-Fahrer, in der Reihenfolge entsprechend dem Ergebnis des Rennens auf dem Norisring:

Bruno Spengler, Startnummer 9 (DaimlerChrysler Bank AMG-Mercedes C-Klasse, Sieger): „Der Nürburgring ist eine meiner Lieblingsstrecken und ich freue mich auf das Rennen. Ich hoffe, dass mit meinem Sieg in Nürnberg der Knoten geplatzt ist. Ich möchte mit einem weiteren Top-Ergebnis den Kampf um die Meisterschaft noch spannender machen.“

Bernd Schneider, Startnummer 2 (Vodafone AMG-Mercedes C-Klasse, Zweiter): „Ich fahre immer gern auf dem Nürburgring. Dorthin kommen viele Saarländer, die mich anfeuern. Das kann ich brauchen, denn mit einem Gewichtsnachteil von zehn Kilo gegenüber den Audi wird es für uns nicht einfach. Aber wir sind optimal vorbereitet und unser technisches Paket ist Spitze.“

Mika Häkkinen, Startnummer 8 (AMG-Mercedes, Dritter): „Der dritte Platz auf dem Norisring war nicht schlecht, aber ich will mehr und auf dem Podium weiter nach oben. Wir sind für den Nürburgring gut vorbereitet. Die Strecke ist anspruchsvoll und das wechselhafte Wetter sorgt manchmal für überraschende Ergebnisse. Das macht es für Fans, Fahrer und Teams noch spannender. Ich kann das Rennen kaum erwarten.“

Stefan Mücke, Startnummer 17 (TV Spielfilm AMG-Mercedes C-Klasse, Vierter): „Auf dem Nürburgring wird es für uns mit dem Vorjahreswagen schwieriger, in die Punkte zu fahren, als zuletzt am Norisring. Aber ich will es auf jeden Fall versuchen.“

Susie Stoddart, Startnummer 22 (AutoScout24 AMG-Mercedes C-Klasse, nach Unfall mit Daniel la Rosa ausgefallen): „Der Nürburgring ist wieder eine neue Strecke für mich. Ich habe schon viel über die erfolgreiche Mercedes-Benz Geschichte dort gehört. Es wäre klasse, wenn ich die Beste mit einem 2004er-Auto wäre.“

Daniel la Rosa, Startnummer 18 (TrekStor AMG-Mercedes C-Klasse, wegen Unfalls als Folge von Bremsdruckverlust ausgefallen): „Ich habe auf dem Nürburgring mein erstes Rennen gewonnen, 2001 in der Formel König. 2004 habe ich hier mein zweitbestes Ergebnis in der Formel-3-Euroserie geholt, den vierten Platz. So weit nach vorn werde ich mit dem Jahreswagen nicht kommen, aber ein Platz unter den Top-Ten sollte möglich sein.“

Alexandros Margaritis, Startnummer 11 (EasyRent AMG-Mercedes C-Klasse, wegen eines Lecks im Kühler nach Berührung mit einem anderen Auto ausgefallen): „Der Ausfall auf dem Norisring war eine Enttäuschung, denn ich hätte sicher Punkte geholt. Auf dem Nürburgring will ich das nachholen, da ich in Bonn wohne, ist das mein Heimrennen.“

Jamie Green, Startnummer 3 (Salzgitter AMG-Mercedes C-Klasse, nach Remplern von Christian Abt und Mauerberührung mit gebrochener Hinterradaufhängung rechts ausgefallen): Ich habe durch den unverschuldeten Ausfall auf dem Norisring in der Gesamtwertung einen Platz verloren. Auf dem Nürburgring will ich nach drei Pole Positions in diesem Jahr im Rennen ganz nach vorn und mir diesen Platz zurückholen.

Mathias Lauda, Startnummer 21 (Junge Gebrauchte AMG-Mercedes C-Klasse, nach Rempler wegen verlorenen Heckflügels ausgefallen): „Ich kenne den Nürburgring recht gut und fühle mich dort sehr wohl. Wieder ein Startplatz unter den besten 15 wie am Norisring, und dann ins Ziel kommen – das wäre toll.“

Jean Alesi, Startnummer 10 (stern AMG-Mercedes C-Klasse, nach Rempler von Christian Abt mit gebrochener Hinterradaufhängung ausgefallen): „Nach meinem unverschuldeten Ausfall gleich zu Beginn des Rennens auf dem Norisring war ich sehr enttäuscht, denn wir hatten mit Startplatz vier im Jahreswagen eine hervorragende Ausgangsposition. Doch ich habe das abgehakt und freue mich auf den Nürburgring. Dort will ich die Enttäuschung wettmachen – das Potenzial dazu haben wir.“

Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug: Das letzte Rennen am Norisring war große Klasse und stellte neue Rekorde auf. Die Zuschauerränge waren komplett voll, nie gab es mehr Besucher auf der Nürnberger Traditionsstrecke und in der ARD sahen in der Spitze 2,8 Millionen Zuschauer die Live-Reportage. Dieser Trend kann auch am Nürburgring fortgesetzt werden, alles sieht auch dort nach einem neuen Zuschauerrekord aus. Sportlich erwarte ich die mittlerweile bekannt engen und spannenden Auseinandersetzungen. Wir haben nach unserem dritten Sieg im fünften Rennen ein Gewichtshandikap von zehn Kilogramm auf unseren Wettbewerber Audi. Der wird am Nürburgring extrem stark, aber bestimmt nicht unschlagbar sein.“

 

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