Vorschau: DTM in Zandvoort

SSK: Schneider, Spengler, Kristensen?

Ein Kampf der Generationen prägt den heißen Herbst der DTM 2006 mit vier Rennen in acht Wochen vom 3. September in Zandvoort bis zum Finale am 29. Oktober in Hockenheim. Mit zwei Siegen in den letzten beiden Rennen hat sich Bruno Spengler (DaimlerChrysler Bank AMG-Mercedes), seit vergangenem Mittwoch 23 Jahre alt, in das Duell zwischen dem 42-jährigen Bernd Schneider (Vodafone AMG-Mercedes) und dem 39-jährigen Tom Kristensen (Audi) eingemischt.


Vor dem Rennen in Zandvoort am kommenden Wochenende führt Schneider mit 46 Zählern vor Spengler (34) und Kristensen (34).

Ein Vergleich: Bernd Schneider, heute 42, war bei seinem ersten DTM-Start für Mercedes-Benz 27 Jahre und 50 Tage alt, Bruno Spengler schaffte den Einstieg mit 21 Jahren und 237 Tagen. Schneider, der bereits 1987 und 1988 neun DTM-Rennen für Ford bestritten hatte, war bei seinem ersten Sieg, 27 Jahre und 295 Tage alt. Es war sein 15. DTM-Rennen für Mercedes-Benz, sein 24. insgesamt. Spengler holte seinen ersten Sieg im 16. DTM-Rennen seiner Karriere mit 22 Jahren und 334 Tagen und ist damit drittjüngster Sieger der DTM-Geschichte. Dario Franchitti gewann 1995 in Mugello im Alter von 22 Jahren und zwei Tagen erstmals. Jan Magnussen holte seinen ersten Sieg im gleichen Jahr in Estoril; damals war er 22 Jahre und 33 Tage alt. Beide waren damals Mercedes-Junioren. Junge Sieger haben also Tradition bei Mercedes-Benz.

Beide Fahrer erzielten ihre ersten DTM-Punkte mit einem sechsten Platz, Schneider 1987 bei seiner DTM-Premiere in Hockenheim (22 Jahre und 252 Tage alt), Spengler im letzten Jahr auf dem EuroSpeedway Lausitz (sein neuntes Rennen). Schneider fuhr auch bei seinem ersten DTM-Einsatz mit einem Mercedes-Benz auf Rang sechs – 1991 im zweiten Lauf des Grand Prix der Tourenwagen auf dem Nürburgring. Spengler holte in seinem 17. Rennen für Mercedes-Benz seine erste DTM Pole Position, bei Schneider war es das 18. Rennen. Bernd Schneider ist mit Mercedes-Benz Rekordsieger und Rekordmeister der DTM geworden. Er erzielte in 206 Rennen der DTM und der von ihr abgeleiteten ITC 41 Siege und wurde fünfmal Meister: 1995 in DTM und ITC; 2000, 2001 und 2003 in der DTM.

Zahlen und Fakten zur Rennstrecke: Die Rennstrecke von Zandvoort wird durch die Uferstraße von der Nordsee getrennt. Bei Wind macht der auf die Strecke gewehte Sand den Belag rutschig und sorgt für stets wechselnde Bedingungen. Von den bisherigen fünf DTM-Rennen gewann Mercedes-Benz drei (Uwe Alzen 2001, Christijan Albers 2003, Gary Paffett 2005).

Die aktuelle Gewichtsverteilung: AMG-Mercedes C-Klasse 2006 (Schneider, Green, Häkkinen, Spengler): 1.080 Kilogramm; Audi A4 DTM 2006: 1.060 Kilogramm; AMG-Mercedes C-Klasse 2005 von Jean Alesi, Daniel la Rosa, Alexandros Margaritis, Stefan Mücke: 1.060 Kilogramm; 2004er Fahrzeuge wie die AMG-Mercedes C-Klasse von Mathias Lauda und Susie Stoddart: 1.020 Kilogramm.

 

Hier die Kommentare der zehn Mercedes-Fahrer, in der Reihenfolge entsprechend dem Ergebnis des letzten Rennens auf dem Nürburgring:

Bruno Spengler, Startnummer 9 (DaimlerChrysler Bank AMG-Mercedes C-Klasse, Sieger): „Der Dünenkurs in Zandvoort ist eine technische Strecke und für die Fahrer anstrengend. Weil Überholen hier sehr schwierig ist, spielt das Qualifyingergebnis eine noch wichtigere Rolle als sonst. Mein Ziel ist, am Samstag so weit wie möglich nach vorn zu fahren und am Sonntag meinen zweiten Platz in der Gesamtwertung zu verteidigen und möglichst den Abstand zu Bernd zu verkürzen.“

Bernd Schneider, Startnummer 2 (Vodafone AMG-Mercedes C-Klasse, Zweiter): „Ich freue mich auf das Rennen in Zandvoort, auch wenn es mit dem höheren Zusatzgewicht hart wird, gegen die Audi zu bestehen. Mir gefällt die Strecke sehr und wenn das Wetter mitspielt, werden wir ein tolles Rennen erleben. Mein Ziel ist, meine Führung in der Meisterschaft auszubauen.“

Jean Alesi, Startnummer 10 (stern AMG-Mercedes C-Klasse, Vierter): „Ich bin in Zandvoort bei vier DTM-Rennen erst einmal in die Punkte gefahren, und das ist auch schon drei Jahre her. Ich werde alles geben, damit ich mir diesmal bereits im Qualifying die Ausgangsbasis für ein besseres Ergebnis schaffen kann. Ich möchte nochmal so ein Ergebnis wie am Nürburgring, das wäre toll."

Jamie Green, Startnummer 3 (Salzgitter AMG-Mercedes C-Klasse, Neunter): „Ich freue mich auf Zandvoort. Im letzten Jahr hatte ich hier einen guten Speed, habe jedoch ein gutes Ergebnis mit meinem schlechten Start verpatzt. Diesmal will ich aufs Podium.“

Stefan Mücke, Startnummer 17 (TV Spielfilm AMG-Mercedes C-Klasse, Elfter): „Nach meinem guten Qualifying-Ergebnis auf dem Nürburgring fahre ich zuversichtlich nach Zandvoort. Wenn ich nicht wieder in Kollisionen verwickelt werde, sollte ich den Sprung in die Punkte schaffen können.“

Mika Häkkinen, Startnummer 8 (AMG-Mercedes C-Klasse, Zwölfter): „Ein nicht funktionierender Scheibenwischer und Probleme beim Boxenstopp haben ein besseres Ergebnis am Nürburgring verhindert. Aber ich gebe nicht auf, unsere ganze Mannschaft arbeitet professionell und hart und gemeinsam wollen wir in Zandvoort nach vorne fahren. Ein Platz auf dem Podium ist mein Ziel. Der Sand auf dem Streckenbelag beeinträchtigt den Grip und könnte für ein abwechslungsreiches Rennen sorgen.“

Mathias Lauda, Startnummer 21 (Junge Gebrauchte AMG-Mercedes C-Klasse, 13.): „Ich kenne die Strecke nicht, aber ich habe mir sagen lassen, dass es auf Grund der vielen mittelschnellen Kurven schwierig wird für die 2004er Wagen. Trotzdem möchte ich Bester in dieser Kategorie werden und vielleicht kann ich ja auch den ein oder anderen Jahreswagen schlagen.“

Alexandros Margaritis, Startnummer 11 (EasyRent AMG-Mercedes C-Klasse, 15.): „Nach dem verkorksten Wochenende am Nürburgring bin ich froh, dass es gleich weitergeht. Mein Ziel für Zandvoort ist, nach zwei Nullern in Folge wieder in die Punkte zu fahren.“

Daniel la Rosa, Startnummer 18 (TrekStor AMG-Mercedes C-Klasse, 16.): „Ich kenne Zandvoort aus der Formel-3-Euroserie und mag die Strecke. Die Atmosphäre dort ist super und ich freue mich auf das Rennen. Mein Ziel ist ganz klar ein Platz in den Top Ten.“

Susie Stoddart, Startnummer 22 (AutoScout24 AMG-Mercedes C-Klasse, wegen eines Defekts an der zentralen elektronischen Steuereinheit ausgefallen): „Ich kenne Zandvoort nicht, aber ich bin es mittlerweile gewohnt, auf neuen Strecken zu fahren. Ich will ein gutes Rennen zeigen und den Ausfall vom Nürburgring schnell vergessen.“

Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug: Zandvoort ist mit nur fünf Auftritten der DTM bereits zu einem Klassiker im Kalender mit zuletzt ausverkauftem Haus gereift. Die Strecke ist ausgesprochen fordernd bei der Auswahl der richtigen Abstimmung und alles andere als ein Spaziergang für die Fahrer. Hier gibt es stets ein großartiges Publikum, das die DTM-Tourenwagen und ihre Fahrer regelrecht liebt. Die Lage und Umgebung der Rennstrecke ist einmalig, wo sonst wird schon in so unmittelbarer Nähe zum Meer gefahren? Die Strecke hat auch deshalb ihre Tücken, weil der hier meist herrschende Wind oft Sand auf die Bahn bläst und sich die Gripverhältnisse dann schlagartig ändern. Audi ist traditionell stark in Zandvoort und ich bin sicher, es wird einen spannenden Kampf auf der Dünen-Rennstrecke geben.“