DTM 2006: 8. Lauf in Barcelona
Bernd Schneider Zweiter und weiter in Führung
Bruno Spengler vom 19. Startplatz auf Rang fünf
Bernd Schneider (Vodafone AMG-Mercedes C-Klasse) hat beim achten Lauf der DTM 2006 in Barcelona den zweiten Platz belegt. Nach 58 spannenden Runden mit vielen Überholmanövern fuhr er 2.898 Sekunden hinter Sieger Martin Tomczyk (Audi A4 DTM) ins Ziel. Bruno Spengler (DaimlerChrysler Bank AMG-Mercedes C-Klasse) startete vom 19. und vorletzten Platz und wurde Fünfter. Daniel la Rosa (TrekStor AMG-Mercedes C-Klasse) erzielte als Siebter seine ersten DTM-Punkte; Alexandros Margaritis (EasyRent AMG-Mercedes C-Klasse) wurde Achter. Mika Häkkinen (AMG-Mercedes C-Klasse) kam auf Platz elf, nachdem er ohne eigene Schuld von einem anderen Auto getroffen worden war. Jamie Green (Salzgitter AMG-Mercedes C-Klasse) wurde ebenfalls ohne eigenes Verschulden in eine Kollision nach dem Start verwickelt und fiel mit stark beschädigtem Auto aus. Mit seinem vierten zweiten Platz in Folge baute Schneider seine Führung in der Gesamtwertung mit jetzt 62 Punkte auf 18 Zähler aus; Kristensen, heute Neunter, ist mit 44 Punkten Zweiter. Spengler belegt Platz drei mit 43 Zählern. 42.000 Zuschauer erlebten die DTM-Premiere in Spanien am Wochenende.
Schneider startete von Platz vier und kam als Vierter aus der ersten Runde zurück. Häkkinen fiel von Rang fünf auf sechs zurück. Green wurde ohne eigene Schuld in eine Startkollision verwickelt, fuhr an die Box und fiel aus. Spengler, als 19. ins Rennen gegangen, kollidierte mit Stefan Mücke. Der Kanadier war danach 13., Mücke 17. Das Safety Car neutralisierte das Rennen bis zum Ende der fünften Runde.
Nach dem Neustart überholte Schneider den Audi von Kristensen und übernahm Platz drei. In der siebten Runde wurde Häkkinen von Timo Scheider (Audi) getroffen, der im Zweikampf mit Jean Alesi war. Häkkinen fiel auf Platz 14 zurück. Schneider lag jetzt weniger als eine Sekunde hinter dem Zweitplatzierten Heinz-Harald Frentzen (Audi). Im zehnten Umlauf überholte Schneider und war Zweiter. Die nächsten Mercedes-Benz Fahrer waren jetzt Alexandros Margaritis auf Platz sieben vor Alesi, Spengler, Daniel la Rosa, Mathias Lauda und Stefan Mücke.
In der zwölften Runde legte Spengler seinen ersten Boxenstopp ein. Margaritis fuhr in Runde 21 herein; Schneider einen Umlauf später. Im 26. Umlauf kam Spengler zu seinem zweiten Stopp an die Box, während Häkkinen seinen ersten Stopp zwei Runden später einlegte.
In der 34. Runde wurde Schneider von Mattias Ekström (Audi) überholt und absolvierte gleich darauf seinen zweiten Boxenstopp. Häkkinen kam in Runde 38 zum zweiten Mal herein.
Im 39. Umlauf fuhr Ekström Schneider ins Heck und überholte. Er wurde für die Aktion mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. In Runde 46 hatten alle Fahrer ihre Boxenstopps absolviert; Schneider war jetzt Zweiter hinter Tomczyk. Spengler fuhr auf Platz vier, Margaritis auf sieben.
Schneider holte auf Tomczyk auf, rutschte aber in der 54. Runde kurz ins Kiesbett und verlor fast drei Sekunden. Er belegte 2.898 Sekunden hinter Tomczyk Platz zwei. Für Schneider, der die ersten beiden Saisonrennen gewonnen hat, ist es der vierte zweite Platz in Folge. Als einziger Fahrer hat Schneider in jedem Rennen dieser Saison gepunktet, sein schlechtestes Ergebnis in diesem Jahr war Rang fünf in Oschersleben.
Spengler wurde in Runde 56 von Ekström überholt und wurde Fünfter. La Rosa, als 17. gestartet, wurde Siebter; das bedeutete die ersten beiden DTM-Punkte für den Hanauer. Margaritis kam auf Platz acht.
Häkkinen wurde Elfter vor Mücke und Lauda. Alesi erhielt wegen einer Kollision mit Scheider eine Durchfahrtsstrafe, die er in der 23. Runde absolvierte. Er wurde am Ende 14. vor Susie Stoddart.
Bernd Schneider, Vodafone AMG-Mercedes C-Klasse 2006, Zweiter: „Mein Start war gut, doch nach dem Rempler von Tom Kristensen war mein Auto im Heckbereich stark beschädigt und ich kämpfte mit Übersteuern. Mein Team hat beim zweiten Boxenstopp richtig reagiert und den Reifendruck geändert, was das Übersteuern etwas vermindert hat. Ich hätte nie gedacht, dass ich so trotzdem die schnellste Rennrunde erzielen könnte. Ich bin glücklich über den zweiten Platz, das war ein wichtiger Schritt für mich.“
Bruno Spengler, DaimlerChrysler Bank AMG-Mercedes C-Klasse 2006, Fünfter: „Ich kam beim Start gut weg, doch in dem Durcheinander der ersten Runden war es schwierig, eine saubere Linie zu finden. Danach lief es super. Unsere Strategie und unsere Boxenstopps waren perfekt. Danke an mein ganzes Team; ohne diese tolle Leistung von allen wäre es nicht möglich gewesen, von Platz 19 auf fünf vorzufahren.”
Daniel la Rosa, TrekStor AMG-Mercedes C-Klasse 2005, Siebter: „Nach dem 17. Startplatz hatte ich nicht mit so einem guten Ergebnis gerechnet. Mein Ziel war einen Punkt zu erreichen, dass es gleich zwei geworden sind, ist umso schöner. Ich freue mich sehr und danke allen in meinem Team.“
Alexandros Margaritis, Easy Rent AMG-Mercedes C-Klasse 2005, Achter: „Da wir nur ein trockenes Training hatten, war es für mich schwierig, mich auf die Bedingungen einzustellen. Auch unser Set-up war nicht optimal. Nach jeweils etwa zwölf Runden haben die Hinterreifen stark abgebaut. Am Ende habe ich nur darum gekämpft, meinen achten Platz zu halten und einen Punkt zu holen.“
Mika Häkkinen, AMG-Mercedes C-Klasse 2006, Elfter: „Ich hatte in diesem Rennen die Chance auf einen Podiumsplatz. Leider wurde diese Möglichkeit durch aggressive Überholmanöver anderer Fahrer zunichte gemacht. Ich wurde getroffen und drehte mich, die Aerodynamik meines Autos war anschließend so stark beeinträchtigt, dass ich nicht mehr attackieren konnte. Ich hätte mein Team gern mit einem besseren Ergebnis für die gute Arbeit an diesem Wochenende belohnt und es ist mein Ziel, das bei den letzten beiden Saisonrennen nachzuholen.“
Stefan Mücke, TV-Spielfilm AMG-Mercedes C-Klasse 2005, Zwölfter: „Leider hat das Wochenende genauso unbefriedigend aufgehört, wie es angefangen hat. Im Gerangel nach dem Start wurde ich umgedreht, war danach Letzter und habe viel Zeit verloren. Dadurch war einfach nicht mehr drin.“
Mathias Lauda, Junge Gebrauchte AMG-Mercedes C-Klasse 2004, 13.: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Der Start war gut, allerdings fehlte mir in den ersten Runden etwas Grip. Dann lief es super und ich konnte die ganze Zeit ans Limit gehen und nach 58 Runden war ich sechs Sekunden hinter einem Punkterang.“
Jean Alesi, stern AMG-Mercedes C-Klasse 2005, 14.: „Mein Auto lag sehr gut und unser Team hat einen tollen Job gemacht, sich auf die veränderten Bedingungen heute einzustellen. Leider war wegen der Durchfahrtsstrafe nicht mehr drin.“
Susie Stoddart, AutoScout24 AMG-Mercedes C-Klasse 2004, 15.: „Ich bin enttäuscht, denn ich hatte einfach nicht den Speed, vom letzten Platz nach vorn zu fahren. Wir werden jetzt hart arbeiten, um in den verbleibenden zwei Rennen einen versöhnlichen Saisonabschluss zu erreichen.“
Jamie Green, Salzgitter AMG-Mercedes C-Klasse 2006, wegen einer unverschuldeten Kollision in der ersten Runde ausgefallen: „Ich bin gut gestartet und habe eine Position gut gemacht. Beim Anbremsen der Spitzkehre habe ich im Rückspiegel gesehen, dass neben mir ein paar Fahrzeuge zu schnell waren. Ich wollte nach rechts ausweichen, da wurde ich schon getroffen. Leider war das Auto auf der Fahrerseite so stark beschädigt, dass ich nicht mehr fahren konnte.“
Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef: „Eine klasse Leistung von Bernd Schneider, der sich nach schwierigem Qualifying vom vierten auf den zweiten Platz vorkämpfte, trotz seines Handicaps mit beschädigter Heckaerodynamik, nachdem ihm erst Kristensen und dann Ekström aufgefahren waren. Bernd hat mit diesem Resultat seinen Vorsprung in der Meisterschaft ausgebaut. Bruno Spenglers fünfter Platz von der 19. Startposition ist bemerkenswert; sein Team hat mit der richtigen Strategie und optimalen Boxenstopps hervorragend gearbeitet. Glückwunsch an Abt-Audi zu Platz eins und an Martin Tomczyk zu seinem ersten DTM-Sieg. Daniel la Rosa und Alexandros Margaritis zeigten eine saubere Leistung und sorgten mit den Plätzen sieben und acht dafür, dass sich vier Mercedes-Benz C-Klasse in den acht Punkterängen platzierten. Alle acht lagen im Ziel innerhalb von weniger als 19 Sekunden, bei einem 58-Runden-Rennen bedeutet diese Differenz nur rund drei Zehntelsekunden pro Runde, was die enorme Leistungsdichte der DTM unterstreicht. Schade für Jamie Green und Mika Häkkinen, die unschuldig in Unfälle verwickelt wurden. Die DTM-Premiere in Barcelona war ein Erfolg; die vielen Zuschauer an der Strecke sahen ein spannendes Rennen und die Beigeisterung, mit der sie die DTM empfingen, war beeindruckend.“
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